Stillen lohnt sich

Stillen bedeutet viel mehr als nur die beste und gesündeste Nahrung für Ihr Kind. Es ist auch Nahrung für die Seele. Auf ganz einfache und natürliche Weise entwickelt Ihr Kind Urvertrauen, das für seinen weiteren Lebensweg so wichtig ist. Bei jedem Stillen hat Ihr Kind Körperkontakt mit Ihnen, mit all seinen Sinnen kann es Sie wahrnehmen. Auch Ihr seelisches Gleichgewicht wird durch das Stillen positiv beeinflußt durch dieselben Hormone, die auch die Milch bilden. Stillen ist wie tanzen lernen: wichtig sind Körperkontakt, die Liebe zueinander und den gemeinsamen Rhythmus finden. Am Anfang sind beide noch unbeholfen, doch wenn Sie die ersten Schritte können, werden Sie eine Einheit. Eine solche Einheit während des Stillens zu erleben, ist für Sie und Ihr Kind gleichermaßen erfüllend.

 

Über 95% der Frauen können stillen, wenn Sie wollen. Stillen beginnt sozusagen "im Kopf". Ihr Entschluß zu stillen braucht aber Unterstützung und die richtigen Informationen von außen. Sprechen Sie vorallem mit Ihrem Partner darüber und bitten Sie ihn, eine schützende Umgebung zu schaffen. Dazu gehört, Aufregung von Ihnen fernzuhalten und Ihnen besonders in der ersten Zeit viel Haushaltsarbeit abzunehmen. Es kann sein, dass Sie selbst von Ihrer Mutter nicht oder nur kurz gestillt worden sind. In den 60er und 70er Jahren war Stillen nicht in Mode. Lassen Sie sich von entmutigenden oder veralteten Ratschlägen nicht verunsichern. Auch nach einem Kaiserschnitt können Sie Ihr Kind sofort und erfolgreich stillen.

 

Der Körper bereitet sich schon in der Schwangerschaft auf das Stillen vor

Schon ab der 16. Schwangerschaftswoche bildet sich durch die Ausschüttung von Prolaktin ein wenig Milch (bzw. Vormilch=Kolostrum), noch stark gebremst durch die Schwangerschaftshormone. Erst nach der Geburt des Kindes kommt die Milchbildung richtig in Gang. Babys kommen mit einem angeborenen Überlebensinstinkt zur Welt. Dies drückt sich darin aus, dass es sehr bald nach der Geburt zu suchen und zu saugen beginnt.

Das 1. Anlegen direkt nach der Geburt hat 3 wichtige Vorteile:

1. Das Baby erhält die reichhaltige Vormilch, wichtig für das Immunsystem.

2. Die Mutter-Kind-Bindung wird vertieft - eine Chance für den Beginn einer guten Stillbeziehung.

3. Die Gebärmutterrückbildung wird angeregt (=weniger Blutverlust)

 

Irgendwann zwischen dem 2. und 6. Tag nach der Geburt kommt es zu einem sogenannten "Milcheinschuß", die Brüste werden stärker durchblutet und beginnen größere Mengen an Milch zu produzieren.

Die Brüste werden hart, spannen und können weh tun (nach 24-48h klingen die Symptome wieder ab!). In dieser Zeit sollten sie Ihr Kind besonders oft und in verschiedenen Positionen anlegen. Die Hebamme unterstützt Sie dabei mit vielen praktischen Tipps. Denken Sie daran, dass es völlig normal ist, dass Ihr Kind in den ersten Tagen bis zu 10% seines Körpergewichtes abnimmt. Es scheidet Fruchtwasser und das Kindspech (den ersten Stuhlgang) aus und muss eine enorme Anpassungsleistung vollbringen. Wiegen Sie Ihr Kind nicht vor und nach dem Stillen- so kann für Sie zusätzlicher Druck entstehen und die Milch fließt schlechter. Das Baby sollte nach Bedarf gestillt werden, geben Sie ihm die Möglichkeit einen eigenen Rhythmus zu finden. Es ist völlig normal, dass die Kinder alle 2-3h trinken wollen-auch nachts. An Tagen mit Wachstumsschüben trinkt Ihr Baby häufiger (um die Milchproduktion zu steigern) und ist vielleicht auch etwas unruhiger. Wachstumsschübe sind um den 14.Tag herum, zwischen der 4.-6. Woche und nach 3 Monaten. Die Brust stellt sich schnell auf den Mehrbedarf ein. 

 

 

Allgemeine Vorteile des Stillens für Mutter und Kind:

 

  • Natürlicherweise enthält die Muttermilch alle notwendigen Nährstoffe für das Baby in der haargenau richtigen Zusammensetzung und Menge.
  • Stillen stärkt das Immunsystem und schützt gegen Allergien und Krankheiten.
  • Muttermilch ist leichter verdaulich und besser verträglich als andere Säugetiermilch oder künstliche Säuglingsnahrung.
  • Muttermilch ist gesünder: gestillte Kinder erkranken seltener an Infektionen während der ersten Lebensjahre.
  • Durch das Saugen an der Brust wird die Kieferformung optimal begünstigt.
  • Gestillte Kinder können nicht überfüttert werden.
  • Stillen begünstigt die Rückbildungsvorgänge und die Gesundheit der Mutter nach der Geburt und beugt Brustkrebs vor.
  • Stillen wirkt sich positiv auf die seelische und körperliche Entwicklung des Babys aus.
  • Stillen entspannt und sorgt für Ausgleich im hektischen Alltag.
  • Stillen ist bequem: Muttermilch ist jederzeit parat und wohltemperiert.
  • Stillen spart Zeit und Geld: keine Zubereitungszeit, kein Einkaufen.

 

 

 

 

Angst zu verwöhnen

Man kann ein Baby nicht mit zu viel Liebe verwöhnen. Echte Liebe, großzügig und gern geschenkt, gibt einem Kind Sicherheit und Vertrauen in die Welt, in die es hineinwächst, so dass es später schneller und selbständiger wird und leichter lernt, selbst zu lieben, Rücksicht zu nehmen und zu geben. Es lernt an unserem Beispiel. Viele Eltern können bestätigen, dass sich der manchmal hohe Einsatz in den ersten Lebensjahren lohnt, alleine schon deshalb, weil die Kinder später unkomplizierter werden und die Eltern selbst mehr Freude an ihnen haben.

 

 

Quellen:  deutscher Hebammen Verband e.V, Hannah Lothrop "Das Stillbuch"

             

Die WHO/UNICEF-Initiative 'Babyfreundliches Krankenhaus<br>

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Kinderhilfswerk UNICEF starteten 1991 das internationale Programm „Babyfriendly Hospital Initiative“. Ziel ist es, die erste Lebensphase eines Neugeborenen ganz besonders zu schützen und die Bindung zwischen Eltern und Kind sowie das Stillen zu fördern.

 

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Rezertifiziert im: Oktober 2012

 

 

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